Abu Simbel

Ein Tag der sich, in Abu Simbel angekommen, im Grunde in drei Teile aufgliedert: Erleuchtung, Erkenntnis, Zeifel.

Doch beginnen wir am Anfang meiner heutigen kleinen Pilgerreise.

Um 4:30 Uhr fuhren wir mit dem Bus los . Ziel Abu Simbel , rund 300 km weit durch die Wüste.

Irgendwann hielten wir an und machten eine kleine Pause.

Da standen sicher schon 15 andere Busse!

Wir erinnern uns: zu Beginn des Ukrainekriegs wurde für die afrikanischen Staaten plötzlich das Getreide knapp. Die Reaktion der Ägypter: Urbarmachung der Wüste.

Kanäle führen vom Stausee in die blanke Wüste
Große Lebensmittelkonzerne übernahmen die Aufgabe, hier in der Wüste Getreide anzubauen 
Wir gelangten an die beiden Tempel.
König Ramses II ließ sich in seiner Bescheidenheit vier mal am Portal abbilden.

Die gesamte Tempelanlage wurde Anfang der Siebzigerjahre, als der Hochdamm gebaut wurde, von seinem ursprünglichen Platz in jahrelanger Arbeit versetzt. Hochtief hatte damals die Projektleitung. Durch die Flutung des Damms wäre dieser Tempel, wie manch andere auch, in den Fluten versunken. Die UNESCO finanzierte die Versetzung.

Die Portraits waren ursprünglich aus dem blanken Fels herausgehauen, die Tempelanlage an sich in den Feld hineingeschlagen. Um den Tempel zu versetzen, wurde alles in Blöcke zersägt und nachträglich wieder originalgetreu aufgebaut. Mehr dazu: siehe Wikipedia.

Ursprünglich waren die Blöcke so verschliffen, dass man die Nähte nicht hat sehen können,
Die Innere Ausgestaltung ist in ihrer Darstellung herzlich martialisch und so gar nicht filigran. Die hiesigen Künstler war nicht besonders ausgebildet und kämpften stark mit dem schlechten Gestein.
Die astronomische Sehenswürdigkeit: zweimal im Jahr zur Sonnenwende werden die drei Rechten Figuren durch das vom Eingang des Tempels einfallende Licht beschienen. Die linke Figur deswegen nicht, weil sie den Gott der Unterwelt darstellt. 

Der Nebentempel:

Geht man um die Tempelanlage herum, sieht man die riesige Dimension des künstlich aufgeschütteten Berges. Unter dem hier sichtbaren Geröll befindet sich eine riesige Stahl – Domkonstruktion.

Erleuchtung

Ich wandere durch die Anlage. Ich fasse Ramses an den großen Zeh. Ich blicke auf und mich trifft fast der Schlag:

Erkennt ihr auch die Ähnlichkeit mit mir? Dieses mildtätige, nein großmütige Lächeln?

Ich fühlte mich unmittelbar erhaben!

Die Erkenntnis

Mir ist seither eines sonnenklar: Ich hatte einen Flashback! Ich, ja ich war in meinem früheren Leben Ramses II. Herrscher über Ober- und Unterägypten. Geliebt von meinen Untertanen und den 43 herrlichen JungFrauen.

Zweifel

Um es klar zu sagen: ich lege ab jetzt Wert auf die formelle Anrede: Seine pharaonische Herrlichkeit Ramses der aktuelle. Freunde dürfen Ramsi zu mir sagen!

Nun aber der Zweifel: Wie erkläre ich das jetzt Barbara? Nicht das mit seiner Heiligkeit, das geht schon in Ordnung. Aber das mit den 42 weiteren Frauen, wie soll ich das nur vermitteln? Ein falscher Satz und ich sehe aus wie die zweite Figur von links am Portal…. (ein Test ob ihr die Bilder ordentlich angesehen habt).


Als wir um 1430 zurück waren, legten wir sofort ab. Morgen früh wachen wir in Luxor auf.

Ciao du Perle von Ägyptens Süden! (Zynismus schwingt in meiner Stimme)
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